
FIV (Katzenaids) – Ansteckung, Symptome und Prognose
21. März 2025Das Feline Immundefizienz-Virus (FIV) ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Katzen, die das Immunsystem schwächt und die betroffenen Tiere anfälliger für Infektionen macht. Da das Virus zur Familie der Retroviren gehört, bleibt es lebenslang im Körper und kann nicht vollständig eliminiert werden. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien und entwickelt sich oft über Jahre schleichend.
FIV ist eng mit dem menschlichen HI-Virus (HIV) verwandt, aber es kann nicht auf Menschen oder andere Tiere übertragen werden. Trotz der Bezeichnung „Katzenaids“ gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Viren, insbesondere in der Übertragbarkeit und dem Krankheitsverlauf.
Wie steckt sich eine Katze mit FIV an?
Die Hauptübertragungswege von FIV sind Bissverletzungen, da das Virus in hoher Konzentration im Speichel infizierter Katzen vorkommt. Daher sind Freigängerkatzen, vor allem nicht kastrierte Kater, besonders gefährdet. Sie neigen dazu, ihr Revier zu verteidigen und geraten häufiger in Kämpfe, bei denen tiefe Bisswunden entstehen.
Seltener kann das Virus durch engen, friedlichen Kontakt innerhalb eines Haushalts übertragen werden, beispielsweise durch gemeinsames Fressen oder gegenseitiges Putzen. Eine Ansteckung von der Mutter auf die Kitten über die Plazenta oder die Muttermilch ist möglich, aber selten.
FIV wird nicht durch die gemeinsame Nutzung von Fressnäpfen, das Teilen von Katzenklos oder über den Kontakt mit infizierten Oberflächen übertragen. Auch Menschen und andere Haustiere wie Hunde oder Kleinnager sind nicht gefährdet.
Welche Symptome treten bei FIV auf?
FIV entwickelt sich schleichend und oft unbemerkt über mehrere Jahre. Die Krankheit verläuft in drei Hauptstadien:
- Akute Phase: Direkt nach der Infektion kann es zu unspezifischen Symptomen wie Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Appetitlosigkeit und allgemeiner Mattigkeit kommen. Diese Phase dauert meist nur wenige Wochen und bleibt oft unbemerkt.
- Latenzphase: In dieser Phase zeigt die Katze meist keine Symptome. Das Virus vermehrt sich langsam und schwächt das Immunsystem allmählich. Diese Phase kann Monate bis Jahre andauern.
- Immunschwäche-Phase: In diesem Stadium treten vermehrt Infektionen auf, da das Immunsystem geschwächt ist. Häufige Anzeichen sind Zahnfleischentzündungen, chronischer Durchfall, Hautprobleme, Atemwegsinfektionen oder Gewichtsverlust.
Einige Katzen zeigen lange Zeit keine Symptome und bleiben dennoch Träger des Virus. Erst wenn das Immunsystem stark geschwächt ist, werden sie anfälliger für verschiedene Infektionen, die schließlich lebensbedrohlich werden können.
Wie wird FIV diagnostiziert?
Ein FIV-Test erfolgt über eine Blutuntersuchung, die spezifische Antikörper nachweist. Diese Tests können schnell in der Tierarztpraxis durchgeführt werden. Allerdings gibt es einige Herausforderungen:
- In der Frühphase der Infektion kann das Virus noch nicht nachweisbar sein.
- Bei geimpften Katzen können falsch-positive Ergebnisse auftreten.
- Antikörper können von infizierten Mutterkatzen auf ihre Jungen übertragen werden, ohne dass die Kitten tatsächlich erkrankt sind.
Daher ist es manchmal notwendig, einen zweiten Test nach einigen Wochen oder eine genauere PCR-Untersuchung durchführen zu lassen.
Wie wird FIV behandelt?
Es gibt bislang keine Heilung für FIV, aber die Symptome und Sekundärinfektionen können behandelt werden. Ziel ist es, das Immunsystem zu unterstützen und die Lebensqualität der Katze so lange wie möglich zu erhalten.
Dazu gehören regelmäßige tierärztliche Kontrollen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen Auch eine gesunde Ernährung und eine stressfreie Umgebung können die Lebensqualität Ihres Tieres massiv verbessern.
Zudem gibt es unterstützende Präparate, mit denen Sie das Immunsystem Ihrer Katze stärken können. Fragen Sie hierzu am besten Ihren Tierarzt.
Prognose und Lebenserwartung
FIV ist keine sofortige Todesdiagnose. Viele infizierte Katzen können jahrelang beschwerdefrei leben, wenn sie gut betreut werden. Entscheidend ist eine frühe Diagnose sowie die Vermeidung von Stress und Infektionen. Wichtig ist zudem, betroffene Katzen als Wohnungskatzen zu halten, um sowohl ihre eigene Gesundheit zu schützen als auch eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern.